Für uns aufgeschrieben

(wechselnde Bibelworte):
HERR, du erforschest mich und kennest mich. Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es; du verstehst meine Gedanken von ferne. Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege. Denn siehe, es ist kein Wort auf meiner Zunge, das du, HERR, nicht schon wüsstest. Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir. Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleibe. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin;
wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Deine Augen sahen mich, als ich noch nicht bereitet war, und alle Tage waren in dein Buch geschrieben, die noch werden sollten und von denen keiner da war. Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich´s meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.

(Psalm 139)

 

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Der Abendmahlskelch und die Feier des Abendmahls in der Jacobigemeinde       

Kelch Detail

Zum Abendmahlsgerät der Jacobikirche gehört ein wertvoller Abendmahlskelch aus dem 14. Jahrhundert. Dieser Kelch wird heute nur sehr selten im Gottesdienst verwendet und wird nicht in der Gemeinde verwahrt.
Es ist aus Silber gearbeitet und vergoldet und hat eine Höhe von 18 cm. Die Inschrift auf dem fünfeckigen Fuß zeigt, dass er vor der Reformation von der Bruderschaft “tome hilgen lichnam” gebraucht wurde. Die fünf auf dem Fuß aufgelegten Medaillons zeigen die Kreuzigung und die Symbole der vier Evangelisten. Zwischen Stegen und Buckeln des mit Weinlaubdekor versehenen Knaufes sind rote Glasflüsse eingearbeitet. In den Rotuli steht in erhabenen Buchstaben “JHESUS”. Ebenfalls nicht in der Gemeinde verwahrt wird ein zweiter kleinerer Kelch, der auch aus dem 14. Jahhundert stammt.

Das Abendmahl ist in den Kirchen der Reformation neben der Taufe das zweite Sakrament. Jesus hat es mit seinen Jüngern vor seiner Verurteilung gefeiert und verheißen, bei ihnen zu sein, wann immer sie es zusammen feiern. So gehört für uns zur Feier des Abendmahls die Gemeinschaft mit Gott und untereinander, das Bekenntnis unserer Schuld, die Vergebung von Gott und gegenseitig, die Erinnerung an Jesus Christus und die Zuversicht auf das Erleben des Reiches Gottes in dieser Welt und in der Ewigkeit.

In der Jacobigemeinde sind alle - Erwachsene und Kinder - jeden ersten Sonntag im Monat im Gottesdienst und an den meisten kirchlichen Feiertagen zur Feier des Heiligen Abendmahls eingeladen. Dabei werden Oblaten und Traubensaft gereicht. Jede(r) ist frei, aus dem Kelch zu trinken oder die Oblate einzutauchen.

Da jede(r) längst nicht immer Gottes Willen tut, wir aber trotzdem Gottes Kinder sind, die nach seinem Willen leben wollen, gehören zum Abendmahlsgottesdienst auch ein Schuldbekenntnis und die Gnadenzusage Gottes. Während des Abendmahls bekommen wir die Gewissheit, dass wir zu Jesus Christus gehören. Nach dem Empfang des Abendmahls stehen wir in einem großen Kreis um den Altar und reichen uns die Hand zum Zeichen unserer Gemeinschaft. Mit dem Bibelwort aus dem 1. Johannesbrief “Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.” gehen wir, danken und werden gesegnet.

Abendmahlskelch 14. Jh.
kleinerer Kelch 14. Jh.

 

 

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